Projektbeschreibung:
Das Haus C ist ein Wohngebäude mit 1.335 m² Wohnfläche in Holztafelbauweise mit Brettschichtholzdecken
(Energieeffizienzklasse KFW 55 oder besser) auf dem ERBA-Spinnerei-Gelände. Im Entwurfsgedanken wurde konsequent auf nachwachsende Rohstoffe gesetzt und der Einsatz von Beton minimiert. So werden lediglich die Bodenplatte, die Kellerwände und Stützen sowie die Treppenläufe und die Platten der Laubengänge in Stahlbeton erstellt. Die Kellergeschossdecke wird bereits als Brettschichtholzdecke ausgeführt.
Es sind Gemeinschaftsräume im Dachgeschoss und im Kellergeschoss vorgesehen. Aufgrund der nutzungsbedingten Unregelmäßigkeiten im Grund- und Aufriss wurde der Erdbebennachweis nach dem modalen Verfahren geführt.
Der Sonnenhof ist ein C-förmiger Bau mit Innenhof und ist insgesamt etwa 82,0 m breit und 119,9 m lang. In ihm sind neben den repräsentativen Räumen auch Dienstzimmer untergebracht. Die oberen Geschosse wurden in Holzbauweise mit tragenden Blockbohlenwänden erstellt. Das Gebäude 8 ist ein mehrflügliger Bau, der in seinem Grundriss einer „Acht“ ähnelt. Insgesamt ist das Gebäude etwa 45 m breit und 110 m lang. Darin sind hauptsächlich der große Speisesaal mit Küche untergebracht. Die Dachkonstruktion besteht aus freitragenden Holzbindern mit Pfettendach. Besondere Problemstellungen: Der Querkraftnachweis in den Rippen der Remy-Decken konnte nach den heute gültigen Vorschriften nicht geführt werden. Es wurde von uns ein Nachweiskonzept auf der Grundlage von statischen Berechnungen und Belastungsversuchen entwickelt, auf dessen Grundlage der Standsicherheitsnachweis für alle Deckenbereiche nachgewiesen werden konnte. Diese Vorgehensweise wurde preisgekrönt (siehe Auszeichnungen). Die Betoninstandsetzungsmaßnahmen wurden von uns so konzipiert, dass die Bausubstanz weitestgehend erhalten blieb und die damit verbunden Maßnahmen auf das Notwendigste reduziert wurden. Zur unterseitigen Befestigung der Haustechnik an den vorhandenen Remy-Decken standen keine bauaufsichtlich eingeführten Befestigungsmittel zur Verfügung. Daher wurde von uns hierfür ein Befestigungskonzept auf Grundlage von Versuchen mit statistischer Auswertung erarbeitet. Die Nachweise der Dachtragwerke erfolgten mit gemäß Schneelastgutachten verminderten Schneelasten. Hierdurch konnten die Dachtragwerke weitestgehend nachgewiesen werden, so dass sich lediglich lokale Ertüchtigungen ergaben. Durch die von uns gewählten besonderen Vorgehensweisen im Umgang mit den denkmalgeschützten Gebäuden konnten statisch konstruktive Eingriffe und Ertüchtigungen minimiert und umfangreiche Bauteilerneuerungen vermieden werden. Die damit verbunden Baukosten konnten hierdurch wesentlich reduziert werden.